Private Altersvorsorge trotz Schuldenkrise sicher – was Lebensversicherungskunden jetzt wissen sollten
Warum die Kapitalanlagen der Lebensversicherer sicher sind
In der Lebensversicherung hat die Sicherheit der zugesagten Leistungen oberste Priorität.
Deshalb legen deutsche Lebensversicherer das Geld ihrer Kunden vorsichtig an – den größten
Teil in risikoarme festverzinsliche Papiere. Bei der Kapitalanlage unterliegen sie besonders
strengen gesetzlichen und aufsichtsbehördlichen Bestimmungen wie zum Beispiel dem
Versicherungsaufsichtsgesetz oder der Anlageverordnung. Zentrale Grundsätze für die
Kapitalanlage der Lebensversicherer sind die Sicherheit, Rentabilität, Liquidität, Mischung
und Streuung des angelegten Geldes. Sicherheit steht dabei an erster Stelle.
– Konkret bedeutet das, dass Versicherer beispielsweise nur begrenzt in Aktien und andere
risikoreichere Anlagen investieren. Spekulationsgeschäfte oder die Versicherung von
Anleihen (Credit Default Swaps) sind ihnen gänzlich verboten.
Lebensversicherer von Talfahrt an internationalen Börsen kaum betroffen
Die deutschen Lebensversicherer haben derzeit nur 3,2 Prozent (VOLKSWOHL BUND Lebensversicherung
a.G. 1,4 Prozent) in Aktien investiert. Deshalb sind sie von den aktuellen Verwerfungen
an den Finanzmärkten kaum betroffen. Der größte Teil des Geldes ist in Anleihen
und Wertpapieren mit fester Verzinsung angelegt. Sie werden auch als Renten bezeichnet
und machen bei den Lebensversicherern derzeit rund 87 Prozent (VOLKSWOHL BUND Lebensversicherung
a.G. rund 84 Prozent) der Kapitalanlagen aus.
Risiken aus Investitionen in europäische Schuldenstaaten beherrschbar
Das Engagement der deutschen Versicherer in Griechenland ist mit unter 0,3 Prozent
(VOLKSWOHL BUND Lebensversicherung a.G. unter 0,2 Prozent) der gesamten Kapitalanlagen
außerordentlich gering. Kein Lebensversicherungskunde in Deutschland muss sich deshalb
Sorgen um seine Altersversorgung machen. Auch in Anleihen der übrigen „PIIGS-Länder“
haben deutsche Versicherer wenig Geld investiert: Laut Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
(BaFin) lag der Anteil von Staatsanleihen aus Portugal, Italien, Irland,
Griechenland und Spanien im März 2011 bei nur 3 Prozent (VOLKSWOHL BUND Lebensversicherung
a.G. 1,3 Prozent) der gesamten Kapitalanlagen.
Derzeit bestimmt die Staatsschuldenkrise in Europa und den USA die Schlagzeilen; die Suche
nach geeigneten Maßnahmen zur Krisenbewältigung, Diskussionen über die Beteiligung
privater Gläubiger an Rettungspaketen für Euro-Staaten und die aktuelle Talfahrt der internationalen
Finanzmärkte beschäftigen nicht nur die Politik.
Sie verunsichern verständlicherweise auch die privaten Anleger
und lassen Fragen nach der Sicherheit ihrer Geldanlage und
Altersvorsorge aufkommen.
Wichtig: Für Lebensversicherungskunden in Deutschland
besteht derzeit kein Anlass zur Sorge um ihre private
Altersvorsorge.
Investitionen in US-Staatsanleihen minimal
Das Engagement der deutschen Versicherer in US-amerikanische Staatsanleihen ist sehr
gering und liegt laut BaFin bei unter 1 Prozent der gesamten Kapitalanlagen. (Die VOLKSWOHL
BUND Lebensversicherung a.G. besitzt keine US-amerikanischen Staatsanleihen.)
Deutsche Versicherer investieren den ganz überwiegenden Teil ihrer Anlagen im europäischen
Währungsraum. Hierzu sind sie schon gesetzlich verpflichtet. Laut einem BaFin-Rundschreiben
vom April 2011 müssen mindestens 80 Prozent aller Anlagen in Euro getätigt werden.
– Durch die jüngste Herabstufung der Bonität der USA (Standard & Poor’s) ergeben sich aus
unserer Sicht keine Konsequenzen für die Kapitalanlagetätigkeit der Versicherer. Die neue
Ratingkategorie AA+ ist kaum weniger sicher als das bisherige AAA. Die USA sind eine
der größten und wirtschaftsstärksten Volkswirtschaften der Welt. Die Situation in den
USA ist deshalb nicht mit der Griechenlands oder anderer Staaten vergleichbar, welche
unter einer strukturellen Wirtschaftsschwäche leiden.
Kapitalanlagen bei Banken gut geschützt
Die Lebensversicherer haben zwar – ebenso wie alle anderen privaten und institutionellen
Anleger auch – einen großen Teil ihrer Kapitalanlagen bei oder über Banken angelegt. Ein
Großteil der Anlagen bei Banken ist aber besonders geschützt und damit nicht unmittelbar
von der wirtschaftlichen Situation der Bank abhängig.
– Versicherer sind vorrangig in Pfandbriefe investiert (= gut 40 Prozent des Bankenexposures/
VOLKSWOHL BUND Lebensversicherung a.G. gut 45 Prozent), die über einen eigenen
Deckungsstock gesichert und damit selbst im extremen Fall einer Bankinsolvenz geschützt sind.
– Auch weitere Anlagen bei Banken wie Schuldverschreibungen sind über eine besondere
Deckungsmasse abgesichert und damit ebenfalls besonders geschützt.
– Die meisten übrigen Anlagen unterliegen der Einlagensicherung der deutschen Banken
und Sparkassen.
Warum es sinnvoll ist, an seiner Lebensversicherung festzuhalten,
„Durchhalten“ lohnt sich
Bereits in der jüngsten Banken- und Wirtschaftskrise (seit 2008) haben die Kunden ihr
Vertrauen in die deutsche Lebensversicherung bewiesen und an ihren Verträgen festgehalten.
Dass sie damit richtig lagen, zeigt sich in der stabilen und wettbewerbsfähigen Verzinsung
ihrer privaten Altersvorsorge: Selbst im aktuellen Marktumfeld beläuft sich die Gesamtverzinsung
der Lebensversicherung auf durchschnittlich 4,8 Prozent und liegt damit deutlich
über der Rendite für vergleichbar sichere Geldanlagen.
Es gibt keine vergleichbar sicheren und attraktiven Alternativen
Versprechen anderer Anbieter, „besser und sicherer anzulegen“, sind irreführend. Es gibt
einen Kapitalmarkt, an dem alle Investoren agieren – die Möglichkeiten sind also für alle
gleich. Versicherungsunternehmen sind die am vorsichtigsten agierende Anlegergruppe auf
diesem Markt. Sie mischen und streuen ihre Kapitalanlagen breit und verringern dadurch das
Anlagerisiko für den Kunden. Schichtet ein Kunde sein Geld aus einer Lebensversicherung in
eine einzige Anlageklasse um, so erhöht sich das Risiko.
Verkauf der Lebensversicherung zunehmend mit hohen Risiken verbunden
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) warnt seit Längerem –
ebenso wie Verbraucherschützer und auch der Bundesverband Vermögensanlagen im
Zweitmarkt Lebensversicherungen (BVZL) – vor unseriösen Anbietern auf dem sogenannten
Zweitmarkt von Lebensversicherungen.
Das ursprüngliche Konzept – Auszahlung einer Gesamtsumme, die deutlich über dem
Rückkaufswert liegt – wird heute de facto kaum noch angeboten. Der Handel mit Lebensversicherungs-
Policen ist stark eingebrochen: Gegenüber 1,4 Milliarden in 2007 wurden
2010 nur noch Lebensversicherungs-Policen im Wert von 160 Millionen Euro gehandelt
(Quelle: BVZL).
Mit dem Verschwinden ernsthafter und seriöser Kaufinteressenten hat sich eine neue
Schicht vorgeblicher Aufkäufer von Policen gebildet, deren Geschäftsmodell nicht selten
zweifelhaft ist. Außerhalb jeder Finanzaufsicht bieten Aufkäufer Lebensversicherungskunden
an, bis zum doppelten des Rückkaufswertes zu bezahlen; allerdings nicht wie sonst in einer
Summe, sondern in Raten über viele Jahre. Dieses Versprechen wird häufig nicht erfüllt;
schlimmstenfalls besteht für den Kunden das Risiko eines Totalverlustes.
Gegen eine Vielzahl dieser Policen-Aufkäufer laufen Gerichtsverfahren wegen des Verdachts
auf Betrug und Geldwäsche. Diversen Unternehmen wurde zwischenzeitlich seitens der
BaFin die Geschäftstätigkeit untersagt.




